Tagebuch II: Alles bleibt anders!

Tagebuch II: Alles bleibt anders!

31. März – 29. April 2020; Guatemala: San Felipe, Lago de Izabal

Teil 2 unseres “Nicht-Reiseberichts”. Nach wie vor ist Reisen unmöglich und die Einschränkungen verschärfen sich tatsächlich eher, als das sie lockerer werden. Zu unserem großen Glück haben wir eine Möglichkeit gefunden, unsere Tage sinnvoll zu füllen und sind an einem Ort gelandet, der schöner nicht sein könnte! Trotzdem machen wir uns natürlich auch Gedanken: was passiert, wenn unser Visum Ende April abläuft? Wann werden die Grenzen wieder öffnen? Und können wir dann unsere Reise in Zentralamerika überhaupt fortsetzen? Hier ein weiterer Einblick in unser Leben im Stillstand.

Tag 15-18: Mindestens weitere 15 Tage Lockdown in Guatemala erwarten uns also und wir beginnen uns zu fragen, was zur Hölle wir in und mit dieser Zeit anstellen sollen. Eine Auszeit vom Reisen tut gut, aber irgendwie wollen 16 Stunden am Tag ja auch gefüllt werden. Mit unserem Nachbarn Paul haben wir bereits überlegt, ob und wie die Menschen hier Unterstützung brauchen. Viele Leben von der berüchtigten „Hand in den Mund“ und sind in hohem Maße vom mittlerweile nicht mehr existierenden Tourismus abhängig. Abends frage ich Mario, der mit seiner Familie auf „unserem“ Grundstück lebt, ob er Familien kennt, die Hilfe brauchen. Er bejaht und unser Spendenprojekt für Jocolo ist geboren!

Wir verbringen zwei Tage damit die Care Pakete zu planen und zu besorgen. Wer benötigt am dringendsten Unterstützung? Was wird überhaupt benötigt? Wo bekommen wir die Lebensmittel her (eine mittlere logistische Herausforderung, da die Grundnahrungsmittel mittlerweile rationiert sind)? Ohne Mario wäre das wahrscheinlich nichts geworden bzw. hätten wir komplett falsche Lebensmittel gekauft. Bspw. ist es für uns ziemlich befremdlich, dass jede Familie die doppelte Menge an Zucker benötigt wie etwa Bohnen oder Reis. Aber gut, wir sind hier ja nicht als Ernährungsberater unterwegs! Mit den Kids von Mario und seiner Frau Fidelina packen wir also 14 Essenspakete für die Familien, die momentan gar nichts mehr zu essen haben. Mit Transportkosten haben wir ca. 100€ ausgegeben – schon krass, dass 14 mehrköpfige Familien davon eine Woche lang satt werden. Uns reicht das zu zweit für eine gute Woche, wir sollten eventuell mal unser Konsumverhalten überdenken.[1]

Mit Mario und den Kids fahren wir schließlich nach Jocolo (er und Fidelina stammen beide ursprünglich von dort, sodass wir auch ihre Familien kennenlernen und köstliche Caldo de Pollo zum Mittagessen bekommen). Beim Verteilen der Care Pakete wird deutlich, wie dringend die Hilfe und groß die Dankbarkeit ist. Zwar fühlen wir uns etwas unwohl in dieser Rolle, aber hey, was ist schon ein bisschen Unwohlsein im Vergleich zu satten Mägen!

Tag 19-21: Wir überlegen, wie wir die Lebensmittelspenden während des Lockdown aufrecht erhalten können und starten einen, wie wir dachten, kleinen Spendenaufruf. Die Reaktionen darauf sind wirklich krass und übertreffen unsere Erwartungen um einiges. Es ist Wochenende, sodass wir bislang nur die Spenden auf PayPal sehen, aber auch das haut uns schon um. Zwei Tage lang hängen wir eigentlich non stop an unseren Handys, beantworten Fragen, bedanken uns und treten so auch mal wieder mit vielen Menschen in Kontakt, mit denen wir seit Beginn unserer Reise nur wenig geschrieben haben (Schande über unsere Häupter).


Tag 22: Montag, jetzt sind wir vollends sprachlos! Wahnsinn wie viele Spenden eingegangen sind und wir sind uns ziemlich sicher, dass es noch nicht alles war. Mit diesem Geld können wir noch einige Wochen lang die Lebensmittelversorgung von Jocolo sicherstellen. Neben der Freude darüber sind wir gelegentlich sogar ein klein wenig überfordert – es ist uns wichtig, dass jeder Cent tatsächlich ankommt und gut investiert ist. Was, wenn die Rationierungen noch krasser werden? Kommen wir dann noch an die Lebensmittel? Egal, Probleme werden angegangen wenn sie akut sind und momentan überwiegt eindeutig die Freude und die Versorgungslage ist ja nach wie vor in Ordnung.


Tag 23: Apropos Versorgungslage: Heute beginnt die Semana Santa, die Osterwoche. Neben den Weinachtsferien ist das DIE Haupteinnahmequelle im Tourismusgeschäft (insbesondere auch mit Menschen aus den benachbarten Ländern). Dieses Jahr fällt alles flach. Keine Hotels, Restaurants, Bootsvermietungen, Partys, Jahrmärkte und Familienausflüge. Das ist der bislang härteste Schlag für die Menschen und Wirtschaft in Guatemala, die normalerweise zwischen 30-50% ihres Jahreseinkommens in dieser einen Woche machen! Zu diesem Anlass wurden die Maßnahmen und Ausgangssperren (von 16 Uhr abends bis vier Uhr morgens) noch einmal verschärft. Über das Osterwochenende ist alles komplett geschlossen (auch die Lebensmittelläden und Apotheken), jede nicht absolut notwenige Aktivität auf See und Land ist verboten und es gibt landesweit ein einwöchiges Alkoholverkaufsverbot! Das lass ich jetzt einfach mal für sich sprechen…


Tag 24-26: Wir sind ziemlich froh mit der Orga für die nächste Lebensmittelspende gut zu tun zu haben! Erneut schreiben wir Einkaufslisten und rechnen aus, was es in etwa kostet Care Pakete für ca. 35 Familien bereitzustellen. Da wir im nächstgelegenen Supermarkt schon letztes Mal kaum genügend Nahrungsmittel für 14 Familien bekommen haben, probieren wir es diesmal anders: Mario fährt mit seinem Bruder und Schwiegervater per Boot zu einem kleineren Laden, der die Lebensmittel säckeweise vorrätig hat und vermutlich nicht den staatlichen Rationierungen der Einkaufsmenge pro Kopf unterliegt. Diese Menge überschreiten wir bei unseren Care Paketen selbstverständlich ebenfalls nicht; die Regelung wie viel Päckchen Bohnen etc. eine Person pro Einkauf (es sind drei, wobei unklar ist welcher Größe) besorgen darf, ist bloß etwas unpraktikabel wenn man zu dritt für 200 Menschen einkauft. Wie dem auch sei, zurück kommt Mario mit ca. 400 kg Lebensmitteln (was genau, könnt ihr hier nachlesen) und wir sind sehr froh über die Entscheidung dafür ein Boot zu mieten. Die extrem altersschwachen Stoßdämpfer unseres VW-Bus hätten das mit Sicherheit nicht überlebt! Diesmal sind wir 1 ½ Tage lang damit beschäftigt, alles abzuwiegen und zu verpacken…

Tag 27: EIN JAHR UNTERWEGS! Eigentlich sogar schon 366 Tage – Danke Schaltjahr. Mittags feiern wir mit Mario, Fidelina und den Kids, es gibt einen rießigen Topf Spaghetti, Bolognese und selbstgemachten Eistee. Nachmittags und abends feiern wir dann mit uns: wir stoßen an mit den restlichen Bier- und Weinvorräten, erinnern uns zurück und sind an diesem Abend der festen Überzeugung, trotz (oder wegen) all des Wahnsinns am genau richtigen Ort zu sein!


Tag 28: Ostermontag, endlich dürfen wieder Boote fahren und wir können die Lebensmittel nach Jocolo bringen. Seit heute besteht in ganz Guatemala eine Maskenpflicht, sodass es eine ziemlich vermummte Geschichte wird. Aber die Freude und Dankbarkeit ist auch so zu spüren, zumal die Kommunikation eh etwas erschwert ist, da wir kaum eine gemeinsame Sprachbasis haben. Damt meine ich diesmal ausnahmsweise nicht unser nach wie vor ausbaufähiges Spanisch (obwohl wir in den letzten Wochen echt viel gelernt haben, da die Konversation mit Mario und seiner Familie ausschließlich auf Spanisch stattfindet). Viele Menschen in Jocolo sprechen ausschließlich Q´eqchí, eine am Lago de Izabal weit verbreitete Maya-Sprache. Erneut wird für uns gekocht, erneut gibt es Caldo de Pollo – wir hoffen inständig, dass bei den kommenden Besuchen nicht noch mehr Hühner für uns drauf gehen!


Tag 29-30: In den letzten Tagen hat uns die ganze Spendenaktion und die Freude über unser Reisejubiläum ziemlich gut bei Laune gehalten. Oft vergessen wir tatsächlich für viele Stunden, dass wir notgedrungen so lange an einem Ort sind und uns nicht mehr frei bewegen können. Heute holt uns dann die Situation und deren nervige Aspekte wieder ein. Mittlerweile haben wir täglich an die 40°C, es ist fast unmöglich sich zwischen 10 und 16 Uhr zu bewegen. Dummerweise ist ja ab 16 Uhr Ausgangssperre, deswegen haben wir uns angewöhnt super früh aufzustehen, um wenigstens noch ein bisschen was in den kühleren Morgenstunden erledigen zu können (in der Regel sowas wie einkaufen, putzen, kochen…).

Aus Deutschland hören wir, dass langsam eine Lockerung der Maßnahmen diskutiert wird. In Guatemala ist das Gegenteil der Fall: Neben der bereits angesprochenen Maskenpflicht gibt es jetzt eine Straßenblockade vor unserem neuen Wohnsitz San Felipe. Will man raus, wird das Nummernschild aufgeschrieben, gefragt wo es hingehen soll und der Kofferraum gecheckt (warum auch immer). Will man wieder rein, gibt es einen Abgleich des Nummernschildes, der Wagen und die Schuhsohlen werden mit einer übelriechenden Flüssigkeit desinfiziert, es gibt ne Ladung Desinfektionsgel in die Hände, die Temperatur wird gemessen und der Name wird notiert. Es sollen wohl keine neuen Leute mehr nach San Felipe. Wir beschließen erstmal unseren eindeutig touristisch aussehenden Bus mit deutschen Kennzeichen nicht mehr zu bewegen, zum Glück können wir mit Paul einkaufen fahren. Der ist allerdings auch „illegal“ unterwegs: zusätzlich hat die guatemaltekische Regierung noch eine absolute Ausgangssperre für Menschen über 60 (zum Beispiel Paul) und Schwangere verhängt. Aber gut, das wird zum Glück nicht allzu genau kontrolliert. Manchen mögen diese Maßnahmen etwas übertrieben vorkommen, andererseits muss man natürlich auch bedenken, dass der medizinische Standard in Guatemala etwas weniger ausgeprägt ist als in Europa. Intensivbetten, Beatmungsgeräte, das nächste Krankenhaus? Schwierig, kaum vorhanden, eine halbe Tagesreise entfernt!

Ansonsten beschäftigt uns noch, dass unser Visum bald ausläuft. Beim Telefonat mit der deutschen Botschaft bekommen wir die gute Nachricht, dass die 90 Tage Aufenthalt momentan einfach nicht weiterlaufen. Sowieso ist die zuständige Behörde (die Migracíon) gerade geschlossen, was sollen sie also tun. Wie es mit der temporären Einfuhr unseres Autos aussieht, können sie uns leider aber auch nicht beantworten. Dazu müssten wir an die Grenze fahren, wo wir eingereist sind, allerdings sind Reisen über die Grenzen zwischen den einzelnen Departamentos (quasi Bundesländer) untersagt. Dafür braucht es eine Sondergenehmigung einer anderen Behörde, die allerdings – guess what – meistens geschlossen ist.


Tag 31: Viele Menschen beneiden uns ja momentan um das gute Wetter, den See vor der Nase, das Leben auf dem Steg… Aber auch hier gibt´s, wie fast immer im Leben zwei Seiten der Medaille und deshalb sei an dieser Stelle eine kleine Warnung ausgesprochen: Menschen, die sich mit Kriech- und Krabbeltieren schwertun, sollten Tag 31 gegebenfalls überspringen!

Zum Anlass nehme ich, dass mir heute Nacht eine Kakerlake über den Bauch gekrabbelt ist! Im Bus!!! Nicht die schönste Art aufzuwachen… wir hatten schon einige in der Küche auf dem Bootssteg gesehen und wussten auch, dass es mind. zwei der unangenehmen Gesellen in den Bus geschafft haben. Allerdings haben wir die Chemiekeule ausgepackt und gehofft, sie auf diese Weise loszuwerden. Naja, hat nicht so gut geklappt. Weitere Beispiele für die tropische Tierwelt sind: Ein Hund auf dem Gelände wurde vom Biss einer giftigen Schlage beinahe getötet; eine weitere Schlange lebt ebenfalls im Garten; Kakerlaken feiern Partys in unserem Klo; wir haben eine faszinierende Auswahl an faustgroßen, hüpfenden und nachts leuchtenden Spinnen; Zora kämpft mit Zecken, Grasmilben und Flöhen; eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang ist Mottenzeit, das bedeutet hunderte der Flatterviecher gehen in unserem Essen und Getränken baden; in der Küche knabbert eine Ratte an unseren Lebensmitteln und das alles natürlich ohne näher auf die Mücken eingehen zu wollen! Na, immer noch neidisch :-)?


Tag 32-34: Alltag… wir gehen regelmäßig zu Paul und mit ihm einkaufen (ein kleines Tages-Highlight weil mal was anderes); überlegen mit Bennys Papa (seines Zeichens Gas- und Wasserinstallateurmeister), wie wir die Trinkwassersituation in Jocolo verbessern könnten; machen morgens kleinere Spaziergänge mit Zora; spielen mit den Kids von Mario (Backgammon und das Stand Up Paddleboard sind zurzeit im Trend) und so gehen die Tage ins Land…

Tag 35: Sonntag ist mittlerweile Zahltag (wir bezahlen unsere Miete hier wöchentlich) und damit auch immer das Zeichen, dass eine weitere Woche im Stillstand vergangen ist. Heute ist es dann auch soweit und wir kommen zum ersten Mal ein wenig an unsere Grenzen! Die Ungewissheit, eingeschränkte Bewegungsfreiheit und das abrupte (hoffentlich voläufige) Ende unserer Reise, schlagen auch hier im Paradies mal aufs Gemüt.


Tag 36-38: Zwei Stunden! Nie hätte ich gedacht, wie sehr man sich über zwei Stunden freuen kann! Die Ausgangssperre wurde verkürzt und gilt jetzt erst ab 18 Uhr – zwei Stunden mehr Zeit für Spaziergänge und Besuche! Gerade als die Stimmung zu kippen droht, erfahre ich die Neuigkeiten vom Gemischtwarenhändler unseres Vertrauens. Als wir mit Paul auf diese freudige Nachricht anstoßen erzählt er uns nebenbei, dass er sich seit etwa vier Wochen ausschließlich von MacNCheese und Erdnussbutter-Marmeladensandwiches ernährt. Das ist jetzt nicht das unleckerste (und sicher auch nicht das aller ungesundeste) US-amerikanische Fastfood, aber trotzdem ernährungswissenschaftlich sicher auf Dauer bedenklich. Wir haben eine weitere Beschäftigung gefunden und werden ab jetzt ein bis zweimal die Woche für Paul kochen und gemeinsam ein frühes Dinner einnehmen – soll ja gesund sein, vor 18 Uhr zu Essen.


Tag 39-41: Immer wieder werden wir gefragt, wie hoch eigentlich die Fallzahlen des Virus in Guatemala sind. Tatsächlich sind die offiziellen Zahlen verhältnismäßig ziemlich gering: Stand heute gibt es ca. 300 bestätigte Infektionen (allerdings gibt es hier kaum Tests, die Dunkelziffer dürfte um einiges höher sein), 10 Todesfälle und täglich so 20-30 Neuinfektionen. An dieser Stelle soll darauf hingewiesen werden, dass der Großteil der registrierten neuen Fälle Menschen betrifft, die in den vergangenen Tagen aus den USA eingereist sind. Wie eine Einreise aus den USA möglich ist, obwohl doch alle Grenzen nach Guatemala dicht sind? Nun, die beinahe vollständige Aussetzung des internationalen Flugverkehrs gilt offensichtlich nicht für die Abschiebung irregulär in die USA eingereister Guatemalteken.

Anderes Thema: die Verbesserung der Trinkwassersituation in Jocolo nimmt endlich konkrete Formen an! Während ich hier schreibe ist Benny in Jocolo und baut mit 14 freiwilligen Helfern einen Trinkwasserturm für eine zweite Zisterne. Bei mörderischer Hitze (habe ich schon erwähnt, dass es heiß ist?) waren wir gestern einen Tag lang unterwegs, um alle Materialien, eine neue Wasserpumpe und einen 2.500 L fassenden Wassertank zu kaufen (siehe auch: Projekt Trinkwasserversorgung – Part 1).

Tag 42: Tja kaum gefreut, dass es endlich losgeht, nervt mal wieder Corona bzw. Facebook und die darauf verbreiteten Fake News: gestern mussten die Arbeiten an der Plattform für die Zisterne abrupt unterbrochen werden, da eine neue Anordnung des Präsidenten publik wurde: In Rio Dulce habe es einen Fall von Corona gegeben und ab sofort seien alle Dörfer abgeriegelt und werden militärisch kontrolliert. Der Dorfrat hat die Arbeiten auf unbestimmte Zeit unterbrochen, Benny und Mario sind sofort zurück nach San Felipe gekommen. Im Laufe des heutigen Tages haben wir dann peu à peu herausgefunden, dass die hochoffiziellen Neuigkeiten und die dadurch verbreitete Panik lediglich durch einen Facebookeintrag ausgelöst wurden! Naja, ich will das jetzt gar nicht weiter kommentieren, wir sind einfach froh als wir erfahren, dass morgen wieder weiter gearbeitet werden kann.


Tag 43-44: Ich bin ja kein großer Fan von unnötiger Hektik bei der Arbeit. Führt zu Flüchtigkeitsfehlern, ist ungesund für Körper und Geist und außerdem m. E. Ausdruck einer völligen Überbewertung unserer Leistungsgesellschaft! Trotzdem wurde ich in meinem bisherigen (Arbeits-) Leben natürlich geprägt und sozialisiert durch gewisse Effizienzvorstellungen. Ich drück es mal vorsichtig aus: diese Vorstellungen werden bei unserem Trinkwasserprojekt etwas strapaziert. Aber gut, es ist ja nicht so als wären wir in allzu großer Eile und die Arbeiten sind ehrenamtlich – lassen wir uns also einfach mal drauf ein. Gerne würden wir ordentlich zupacken, ein wenig körperliche Arbeit würde uns sicher nicht schaden. Leider sind wir die meiste Zeit zum Zuschauen eingeteilt, ein Schicksal, dass wir aber immerhin mit 10 der 12 anderen Helfer teilen! Trotzdem nimmt das Ganze langsam Gestalt an. Am zweiten Tag ist zwar offensichtlich, dass die im Vorfeld veranschlagte Bauphase von einem Tag nicht einzuhalten ist, doch wir sind zuversichtlich, dass Ende der Woche (sprich in drei Tagen) alles steht – sollten wir morgen das fehlende Zubehör in Rio Dulce bekommen versteht sich ;-)…


Tag 45: Heute ist der 29. April, heute läuft unser Visum für Guatemala aus. 90 Tage sind wir jetzt hier, 1 ½ Monate länger als ursprünglich geplant! Aktuelle Lockdown News: seit gestern ist es offiziell (und nicht nur auf Facebook), dass El Estado de Calamidad – sprich der Ausnahmezustand mit all seinen Einschränkungen – bis Juni verlängert wird. Ein genaues Enddatum wurde diesmal nicht festgelegt… Es bleibt alles anders!

[1] Andererseits ist gutes Essen und gutes Trinken momentan etwas, das uns extrem bei Laune hält und Kochen zählt ja schon immer zu unseren Lieblingsbeschäftigungen! So eignet sich diese Erfahrung trotzdem dafür, uns unserer Privilegien bewusst zu werden und das, was wir haben wertzuschätzen. Und darauf ein Prost 🙂

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Claudia

    Ihr 2 tolle Menschen, schön wie ihr uns zeigt wie man sich auch ohne zu reisen bewegen kann. Ich erinnere mich noch an die intensiven Vorbereitungen für eure Weltreise, da habt ihr gewiss keinen Stillstand eingeplant.
    Bleibt so wie ihr seid, aber nicht für immer..

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